Ikhfa-Regeln mit Beispielen

25.04.2026

Wegbringen:

  • Ikhfa bedeutet das Verbergen des Noon Sakinah oder Tanween: Die Zungenspitze schwebt ohne Gaumenkontakt, während für genau zwei Zählzeiten eine nasale Ghunnah erklingt.
  • Die 15 Ikhfa-Buchstaben sind: ت، ث، ج، د، ذ، ز، س، ش، ص، ض، ط، ظ، ف، ق، ك.
  • Die Zunge bewegt sich nah an den Artikulationspunkt des Folgebuchstabens, berührt ihn aber nicht – so entsteht ein fließender Übergang.
  • Die Ghunnah passt sich dem Gewicht des Folgebuchstabens an: schwer und voll (Tafkhīm) vor ص، ض، ط، ظ، ق; leicht und hell (Tarqīq) vor allen anderen.
  • Ikhfa Haqiqi betrifft Noon Sakinah und Tanween; Ikhfa Shafawi betrifft ausschließlich Meem Sakinah vor ب – hier wird der Nasallaut mit geschlossenen Lippen gebildet.
  • Häufige Fehler: Zunge berührt Gaumen (führt zu Izhar), zu kurze Ghunnah, keine Unterscheidung zwischen schwerer und leichter Ghunnah, künstliche Pause vor dem nächsten Buchstaben.

In der Welt des Tadschwids sind manche Regeln wie fettgedruckte, klare Linien (Izhar), während andere wie Farben sind, die nahtlos ineinander übergehen (Idgham). Ikhfa (الإخفاء) hingegen ist das Spiel von Licht und Schatten. Es ist die „verborgene“ Regel, die der Koran-Rezitation ihre charakteristische Tiefe, Seele und Eleganz verleiht.

In diesem detaillierten Leitfaden von Denk Arabisch tauchen wir tief in die Mechanik des Ikhfa ein. Wir erklären nicht nur die 15 Buchstaben, sondern auch die physischen Prozesse im Mund und das Geheimnis hinter der variablen Ghunnah.

Ikhfa-Regeln mit Beispielen
Ikhfa-Regeln mit Beispielen

Was ist Ikhfa?

Das Wort Ikhfa bedeutet linguistisch und technisch weit mehr als nur das einfache „Weglassen“ eines Lautes.

1. Die Bedeutung von Ikhfa im Arabischen (Lughatan)

 Das Wort Ikhfa (إخفاء) stammt von der Wurzel KH-F-Y ab, was „verstecken“, „verbergen“ oder „bedecken“ bedeutet. Im alltäglichen Arabisch wird es verwendet, wenn etwas dem Blick entzogen ist, seine Anwesenheit aber dennoch spürbar bleibt.

2. Die Bedeutung von Ikhfa im Tadschwid (Istilahan)

 Im Tadschwid bezieht sich Ikhfa auf das Verbergen des Noon Sakinah (نْ) oder des Tanween (ـًـٍـٌ), wenn einer der 15 „Ikhfa-Buchstaben“ folgt.

Es ist ein Zustand zwischen Izhar (Klarheit) und Idgham (Verschmelzung). Man spricht das Noon nicht vollständig mit der Zungenspitze aus, verschmilzt es aber auch nicht vollständig mit dem nächsten Buchstaben. Stattdessen „versteckt“ man das Noon am Artikulationspunkt (Makhraj) des folgenden Buchstabens, während man eine Ghunnah (Nasallaut) für zwei Zählzeiten beibehält.

Das Verständnis der Theorie ist nur der Anfang. Mit Denk Arabisch hören, üben und perfektionieren Sie tatsächlich jede Regel unter fachkundiger Anleitung.

Die fünfzehn Ikhfa-Buchstaben

Ikhfa gilt für fast die Hälfte des arabischen Alphabets! Wenn ein Buchstabe kein Izhar-Buchstabe (Kehle), kein Idgham-Buchstabe (Yarmaloon) oder der Buchstabe Baa (Iqlab) ist, dann ist es ein Ikhfa-Buchstabe.

Die Buchstaben: ت (Ta), ث (Tha), ج (Jeem), د (Dal), ذ (Dhal), ز (Zay), س (Seen), ش (Sheen), ص (Saad), ض (Daad), ط (Taa), ظ (Zaa), ف (Fa), ق (Qaf), ك (Kaf).

Eine hilfreiche Gedächtnisstütze:

Um diese 15 Buchstaben zu memorieren, haben Gelehrte ein berühmtes Gedicht verfasst. Der jeweils erste Buchstabe jedes Wortes in diesem Vers steht für einen Ikhfa-Buchstaben:

صِفْ ذَا ثَـنَا كَـمْ جَـادَ شَـخْصٌ قَـدْ سَـمَا … دُمْ طَـيِّبًا زِدْ فِـي تُـقًى ضَـعْ ظَـالِمًا

(Beschreibe den Besitzer des Lobes! Wie großzügig ist eine Person, die solche Höhen erreicht hat… Sei stets gut, wachse in der Frömmigkeit und lass den Unterdrücker hinter dir.)

Die Zeichen für Ikhfa im Mus-haf

In der koranischen Schrift (dem Mus-haf) hat Allah subtile visuelle Hinweise gegeben, um dem Leser zu helfen, die Tadschwid-Regeln zu erkennen, ohne jeden einzelnen Buchstaben auswendig wissen zu müssen. Für Ikhfa deuten diese Zeichen darauf hin, dass der Laut „verborgen“ oder „unvollständig“ ist.

1. Das Zeichen für Noon Sakinah (ن)

Wenn auf das Noon Sakinah einer der 15 Ikhfa-Buchstaben folgt, erscheint es „leer“.

  • Das „nackte“ Noon: Das Noon wird ohne jegliches Symbol (kein Sukun) darüber geschrieben.
  • Die Bedeutung: Das Fehlen eines Zeichens sagt dem Leser: „Sprich dieses ‚N‘ nicht deutlich mit der Zungenspitze aus. Lass die Zunge stattdessen schweben und bereite dich auf den nächsten Buchstaben vor.“

2. Das Zeichen für Tanween (ـًـٍـٌ)

Die Tanween-Symbole (doppelte Vokale) werden in einem spezifischen „versetzten“ Stil geschrieben, um zu signalisieren, dass der Laut verborgen ist und einen nasalen Zug erfordert.

A. Tanween Fatha (ً) und Kasra (ٍ)

  • Das Zeichen der Abfolge: Anstatt dass die beiden Striche exakt übereinander ausgerichtet sind, sind sie verschoben oder versetzt. Der obere Strich beginnt kurz nach dem unteren.
  • Die visuelle Logik: Diese versetzte Darstellung deutet auf einen kontinuierlichen Fluss in den nächsten Buchstaben hin, wobei der „N“-Laut in der Nase verborgen wird.

B. Tanween Damma (ٌ)

  • Das doppelte Damma: Du wirst zwei kleine Dammas sehen, die nebeneinander geschrieben stehen (sieht aus wie zwei 9er). Dies unterscheidet sich von anderen Regeln, bei denen das Damma als einzelnes Symbol mit einem kleinen „Häkchen“ oder einer Schleife darüber geschrieben wird.

Stellen Sie sich vor, Sie lesen den Koran und erkennen sofort jede Tajweed-Regel. Genau das trainieren wir Sie bei Denk Arabisch mit unserem Koran-Tajweed-Kurs.

Arten von Ikhfa

Die Beherrschung der Ikhfa-Typen hilft Ihnen, die Aussprache und den Fluss der Koranrezitation zu kontrollieren. Jeder Typ folgt einem bestimmten Muster, das prägt, wie der Klang verborgen wird und wie die Ghunnah angewendet wird.

1. Ikhfa Haqiqi (Die wahre Verschleierung)

Dies ist die häufigste Art und bezieht sich speziell auf das Noon Sakinah (نْ) und den Tanween (ً ٍ ٌ).

  • Der Auslöser: Jeder der 15 Ikhfa-Buchstaben.
  • Der Mechanismus: Der Klang des „N“ wird verborgen, indem die Zungenspitze den Gaumen nicht berührt. Stattdessen „schwebt“ die Zunge in der Nähe des Artikulationspunktes des nächsten Buchstabens.
  • Die Ghunnah: Sie wird zwei Zählzeiten lang gehalten und passt sich dem Gewicht des folgenden Buchstabens an (schwer oder leicht).
  • Vorkommen: Es kann innerhalb eines Wortes (z. B. أَنْتُمْ) oder zwischen zwei getrennten Wörtern (z. B. مِنْ قَبْلُ) auftreten.

2. Ikhfa Shafawi (Die labiale Verschleierung)

Diese Art betrifft das Meem Sakinah (مْ) anstelle des Noon. Es wird Shafawi (labial) genannt, da das Meem mit den Lippen (Shafatain) gebildet wird.

  • Der Auslöser: Nur ein einziger Buchstabe: Baa (ب).
  • Die Regel: Wenn auf ein Meem Sakinah (ein Meem ohne Vokal) der Buchstabe Baa folgt, wird das Meem verschleiert.
  • Der Mechanismus: Du schließt die Lippen für das Meem, presst sie aber nicht so fest zusammen wie bei einem normalen Meem. Du hältst den Klang für zwei Zählzeiten in der Nase (Ghunnah), bevor du zum Baa übergehst.
  • Vorkommen: Diese Regel tritt nur zwischen zwei getrennten Wörtern auf. Sie kommt niemals innerhalb eines einzelnen Wortes vor.

Beispiel:

  •  تَرْمِيهِم بِحِجَارَةٍ (Tarmeehim bihijarah)
  • Beobachtung: Das Meem am Ende von Tarmeehim trifft auf das Baa von bihijarah. Du hältst den Nasallaut an den Lippen.
Ikhfa-Regeln mit Beispielen

Beispiele von Ikhfa aus dem Heiligen Koran

Um die Kunst des Ikhfa zu meistern, muss man mit verschiedenen Beispielen üben. Unten findest du umfassende Beispiele für sechs der Ikhfa-Buchstaben. Sie zeigen, wie der Laut sowohl innerhalb eines Wortes als auch zwischen zwei getrennten Wörtern verborgen wird.

Hier sind die vollständigen Koranverse für die sechs besprochenen Ikhfa-Buchstaben mit arabischem Text, deutscher Übersetzung, Transliteration und einer detaillierten Erklärung der Regel:

1. Der Buchstabe: س (Seen)

لَقَدْ خَلَقْنَا الْإِنسَانَ فِي كَبَدٍ

„Wir haben den Menschen ja (zu einem Leben) in Mühsal erschaffen.“ 

  • Transliteration: Laqad khalaqnal-insāna fī kabad. 
  • Erklärung: Im Wort al-insāna folgt auf das Noon Sakinah der Buchstabe Seen (ein Ikhfa-Buchstabe). Die Zunge schwebt in der Nähe der Zähne, und ein leichter Nasallaut (Ghunnah) wird für zwei Zählzeiten gehalten.

2. Der Buchstabe: ق (Qaf)

مِن قَبْلُ أَن يَأْتِيَ يَوْمٌ لَّا بَيْعٌ فِيهِ

„…bevor ein Tag kommt, an dem es weder Kaufgeschäft…“ 

  • Transliteration: Min qablu an ya’tiya yawmun… 
  • Erklärung: In Min qabl trifft das Noon auf den Buchstaben Qaf. Da Qaf ein schwerer Buchstabe ist, ist das Ikhfa ebenfalls „schwer“. Du solltest spüren, wie sich der hintere Teil deiner Zunge hebt, was den Nasallaut dick und tief macht.

3. Der Buchstabe: ذ (Dhal)

سَيَصْلَىٰ نَارًا ذَاتَ لَهَبٍ

„Er wird einem Feuer voller Flammen ausgesetzt sein.“ 

  • Transliteration: Sayaslā nāran dhāta lahab. 
  • Erklärung: Hier folgt auf das Tanween (ً) am Ende von nāran der Buchstabe Dhal. Der „N“-Laut des Tanween wird verborgen. Die Zunge sollte nah an die Spitzen der oberen Zähne (der Artikulationspunkt von Dhal) gebracht werden, während die Ghunnah aus der Nase kommt.

4. Der Buchstabe: ص (Saad)

وَلَمَن صَبَرَ وَغَفَرَ إِنَّ ذَٰلِكَ لَمِنْ عَزْمِ الْأُمُورِ

„Wahrlich, wer aber geduldig ist und vergibt – das gehört wahrlich zur Entschlossenheit in den Dingen.“ 

  • Transliteration: Wa laman sabara wa ghafara… 
  • Erklärung: Das Noon Sakinah in man trifft auf den Buchstaben Saad. Dies ist ein „schweres“ Ikhfa. Du musst den Nasallaut voll und kraftvoll klingen lassen, um der Stärke des Saad zu entsprechen, ohne dass die Zunge den Gaumen berührt.

5. Der Buchstabe: ك (Kaf)

مَن كَانَ يَرْجُو لِقَاءَ اللَّهِ فَإِنَّ أَجَلَ اللَّهِ لَآتٍ

„Wer auf die Begegnung mit Allah hofft, – so wird Allahs Frist sicher kommen.“ 

  • Transliteration: Man kāna yarjū liqā’allāhi… 
  • Erklärung: Dies ist ein klassisches Beispiel. Das Noon in man trifft auf das Kaf. Das Ikhfa ist „leicht“. Der Klang ist dünn und weich, während sich der Mund auf den Übergang vom verborgenen Noon zum Kaf vorbereitet.

6. Der Buchstabe: ج (Jeem)

وَأَمَّا مَن جَاءَكَ يَسْعَىٰ

„Was aber jemanden angeht, der zu dir geeilt kommt…“ 

  • Transliteration: Wa ammā man jā’aka yas‘ā.
  •  Erklärung: Das Noon in man trifft auf das Jeem. Die Zunge bewegt sich in Richtung der Mitte des Gaumens (der Artikulationspunkt von Jeem), bleibt aber ein Stück entfernt, damit die nasale Ghunnah für zwei Takte fließen kann, bevor der „J“-Laut ausgesprochen wird.

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Das Geheimnis der Ghunnah: Tafkhim & Tarqiq

Dies ist der entscheidende Faktor für eine professionelle Rezitation. Die Ghunnah im Ikhfa ist wie ein Chamäleon – sie passt sich ihrer Umgebung an:

1. Die „schwere“ Ghunnah (Tafkhim)

Wenn auf das Noon Sakinah einer der fünf „schweren“ Ikhfa-Buchstaben folgt (ص، ض، ط، ظ، ق), muss die Ghunnah tief, voll und dunkel klingen. Die Mundhöhle wird leicht gewölbt, um Resonanz zu erzeugen.

  • Beispiel: مَنْ صَبَرَ (Man sabara) – Die Ghunnah klingt schwer und voluminös.

2. Die „leichte“ Ghunnah (Tarqiq)

Folgt einer der übrigen 10 „leichten“ Buchstaben (wie ت، د، س), klingt die Ghunnah hell, flach und dünn.

  • Beispiel: مِنْ تَحْتِهَا (Min tahtiha) – Die Ghunnah klingt leicht und luftig.

Lies auch: Izhar-Regeln – Der Vollständige Leitfaden Mit Beispielen

Die drei Stufen des Ikhfa

Nicht jedes Ikhfa klingt gleich. Die Experten von Denk Arabisch lehren drei Intensitätsstufen:

1. Die höchste Stufe (Al-Ulya)

Bei den Buchstaben ط، د، ت. Da diese dem Artikulationspunkt des Noon am nächsten liegen, ist der „Versteck-Effekt“ am stärksten ausgeprägt.

2. Die niedrigste Stufe (Ad-Dunya)

Bei ق، ك. Da diese weit hinten im Mund artikuliert werden, klingt das Ikhfa hier näher am Izhar (das „N“ ist deutlicher wahrnehmbar).

3. Die mittlere Stufe (Al-Wusta)

Bei den verbleibenden 10 Buchstaben.

Häufige Fehler, die man vermeiden sollte

1. Berühren des Gaumens (Ikhfa wird zu Izhar)

Dies ist der häufigste Fehler. Schüler lassen oft versehentlich die Zungenspitze den Gaumen (den Zahnfleischrand) berühren, während sie die Ghunnah bilden.

  • Der Fehler: Wenn die Zunge den Gaumen berührt, hast du ein klares „N“ ausgesprochen.
  • Die Lösung: Halte einen kleinen „Luftspalt“ zwischen Zunge und Gaumen. Die Zunge sollte in Erwartung des nächsten Buchstabens schweben und nicht auf der „N“-Position ruhen.

2. Verkürzen der Ghunnah

Ikhfa ist eine melodische Regel, die Zeit benötigt.

  • Der Fehler: Das verborgene Noon zu hastig auszusprechen und sofort zum nächsten Buchstaben überzugehen.
  • Die Lösung: Du musst den Nasallaut (Ghunnah) für genau zwei Zählzeiten halten (etwa die Zeit, die man braucht, um einen Finger zu öffnen oder zu schließen). Es sollte sich wie ein rhythmischer Puls in deiner Rezitation anfühlen.

3. „Flache“ Ghunnah bei schweren Buchstaben

Wie wir beim Buchstaben Qaf besprochen haben, muss das Gewicht der Ghunnah zum darauffolgenden Buchstaben passen.

  • Der Fehler: Einen dünnen, leichten Nasallaut vor schweren Buchstaben wie Saad (ص), Daad (ض), Taa (ط), Zaa (ظ) oder Qaf (ق) zu verwenden.
  • Die Lösung: Wenn ein schwerer Buchstabe folgt, hebe den hinteren Teil deiner Zunge während der Ghunnah an. Dies macht den Klang „rund“ und tief und füllt den Mundraum aus.

4. Einen „Sakt“ (künstliche Pause) machen

Manche Leser stoppen den Atem zwischen dem verborgenen Noon und dem nächsten Buchstaben vollständig an.

  • Der Fehler: Die Ghunnah aussprechen, den Ton stoppen und dann erst mit dem nächsten Buchstaben beginnen (z. B. Man… Kaana).
  • Die Lösung: Der Klang muss kontinuierlich sein. Die Ghunnah sollte direkt und nahtlos in die Artikulation des nächsten Buchstabens übergehen, ohne dass der Atemfluss unterbrochen wird.

5. Dehnung des Vokals vor dem Noon

Dies geschieht oft, wenn Ikhfa nach einer Fatha, Kasra oder Damma auftritt.

  • Der Fehler: Den Vokal so stark zu dehnen, dass es klingt, als hättest du einen zusätzlichen Buchstaben hinzugefügt (z. B. „Ku-un-tum“ statt „Kuntum“).
  • Die Lösung: Gehe sofort vom Vokal zur Ghunnah über. Lass den Vokal nicht in der Luft „hängen“.

So rezitierst du Ikhfa perfekt

Anders als beim Izhar, bei dem deine Zunge den oberen Gaumen fest berührt, erfordert Ikhfa eine „Schwebetechnik“.

1. Vorbereitung: Bewege deine Zunge in Richtung des Artikulationspunktes (Makhraj) des nächsten Buchstabens, aber berühre ihn noch nicht.

2. Die Lücke: Lass einen winzigen Spalt zwischen deiner Zunge und dem Gaumen. Wenn die Zunge den Gaumen berührt, wird es zu einem Izhar (was in diesem Fall falsch wäre).

3. Die Ghunnah: Während deine Zunge für den nächsten Buchstaben „bereitsteht“, lässt du für zwei Zählzeiten einen Nasallaut (Ghunnah) durch die Nase entweichen.

4. Schwer vs. Leicht:

  • Wenn der Ikhfa-Buchstabe schwer ist (ص, ض, ط, ظ, ق), muss auch die Ghunnah schwer und dick klingen.
  • Wenn der Ikhfa-Buchstabe leicht ist (der Rest), muss die Ghunnah hell und dünn klingen.

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Lies auch: Iqlab-Regeln Mit Beispielen

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Fazit

Ikhfa (الإخفاء) ist eine subtile, aber kraftvolle Tadschwid-Regel, die der Koran-Rezitation Tiefe und Geschmeidigkeit verleiht. Durch das korrekte „Verbergen“ des Noon oder Tanween mit einer kontrollierten Ghunnah schafft der Rezitator einen nahtlosen Übergang zwischen den Buchstaben.

Das Meistern von Ikhfa gelingt durch Übung und Liebe zum Detail – besonders beim Ausbalancieren von schweren und leichten Klängen. Korrekt angewendet, verstärkt es sowohl die Schönheit als auch die Präzision der Rezitation.

FAQs

1. Wie lange sollte die Ghunnah (Nasallaut) dauern?

Die Standarddauer für die Ghunnah im Ikhfa beträgt zwei Zählzeiten (Harakatain). Eine „Zählzeit“ entspricht etwa der Zeit, die man benötigt, um einen Finger langsam zu öffnen oder zu schließen. Beständigkeit ist wichtig; achte darauf, dass alle deine Ikhfa-Laute während der Rezitation die gleiche rhythmische Länge haben.

2. Kann Ikhfa innerhalb eines einzelnen Wortes vorkommen?

Ja. Im Gegensatz zu einigen anderen Tadschwid-Regeln (wie Idgham oder Ikhfa Shafawi) kann Ikhfa Haqiqi vorkommen:
Innerhalb eines Wortes: Wie in أَنْتُمْ (Antum) oder الإِنْسَانُ (Al-Insan).
Zwischen zwei Wörtern: Wie in مِنْ قَبْلُ (Min qabl).

3. Warum ändert sich der Klang von Ikhfa je nach folgendem Buchstaben?

Ikhfa ist eine „vorbereitende“ Regel. Da sich dein Mund bereits zum Artikulationspunkt (Makhraj) des nächsten Buchstabens bewegt, während du noch den Nasallaut bildest, verändert die Form deines Mundes den „Ton“ der Ghunnah. Deshalb klingt sie vor Buchstaben wie Qaf schwer und vor Buchstaben wie Seen leicht.

4. Was ist der Unterschied zwischen Ikhfa und Idgham?

Ikhfa: Du verbirgst das Noon, aber sein Klang (die Ghunnah) bleibt präsent. Der folgende Buchstabe hat kein Shaddah (das w-förmige Zeichen).
Idgham: Du verschmilzt das Noon ganz oder teilweise mit dem nächsten Buchstaben. Der folgende Buchstabe trägt oft ein Shaddah, was eine stärkere Verbindung oder Verdopplung anzeigt.

5. Gibt es einen Unterschied zwischen Ikhfa und Ikhfa Shafawi?

Ja, der Hauptunterschied liegt im beteiligten Buchstaben:
Ikhfa (Haqiqi): Verbergen eines Noon Sakinah oder Tanween vor 15 verschiedenen Buchstaben.
Ikhfa Shafawi: Verbergen eines Meem Sakinah ausschließlich vor dem Buchstaben Baa (ب).

6. Wie kann ich feststellen, ob ich die Ghunnah richtig bilde?

Ein einfacher Test ist, sich während des Ikhfa die Nase zuzuhalten. Wenn der Ton stoppt oder sich deutlich verändert, nutzt du den Nasengang korrekt. Wenn der Ton normal weiterläuft, nutzt du wahrscheinlich nur den Mund, was bedeutet, dass die Ghunnah fehlt.

7. Warum heißt es „Haqiqi“ (wahr)?

Es wird Ikhfa Haqiqi genannt, weil der „Körper“ des Buchstabens Noon bei dieser Regel stärker verborgen ist als bei jeder anderen. Die Zunge verlässt ihren Platz am oberen Gaumen vollständig, was die Verschleierung „wahr“ oder „vollständig“ macht.

Gepostet in: Koran
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